Männer-Wellness hatte ich mir anders vorgestellt

Von Saskin Bertling

HSV-Auswärtsspiel, 20 Liter Bier, zurück nach Hamburg und direkt in eine Kneipe zur Skat- oder Pokerrunde - so stellte ich mir bisher Männer-Wellness vor। Seit heute Morgen aber steht mein Männerbild kopf. Manchmal bestellt man ja etwas. Im Katalog. Bei Ebay. Oder sonst wo. Und ist dann bitter enttäuscht, weil das Armband oder was auch immer ganz anders ist, als man sich das gedacht hatte. So geht es mir mit meinem Mann.

Im Bad kam ich zu dieser Erkenntnis. Ich hatte ihn rein zufällig dabei beobachtet, wie er sich sein Gesicht hingebungsvoll mit einer Chanel-Lo-tion eincremte, die er meinen späteren Ermittlungen zufolge von einem Freund, dessen Freundin bei Chanel arbeitet, vor sechs Wochen zum Geburtstag bekommen hatte. Er cremte und cremte. Nun finde ich Chanel an sich toll, aber definitiv unmännlich.

Ein Selbstbräuner! Hilfeee!

Je länger ich meinen Mann bei seinem neuen Badezimmer-Ritual beobachtete, desto nachdenklicher wurde ich। Als er endlich fertig war, untersuchte ich die Tube. "Précision Soleil Identité - Soin Auto-Bronzant" stand drauf. Ein Selbstbräuner. Hilfeee! Mein Mann benutzt einen Selbstbräuner. Derselbe Mann übrigens, der seit Jahren große Reden darüber schwingt, dass meine Haut "schon süchtig" sei. Süchtig nach all diesen Cremes und Lotions. Ein Mann brauche Aftershave, Deo und Seife. Punkt. Via: www.abendblatt.de

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